1001kindernacht®
Die ganzheitliche Schlafberatung

BLOG

Auf dieser Seite poste ich, SibylleTexte zu aktuellen Themen rund um Kinder, Entwicklung, Bindung und Schlaf. Ich berichte dabei von meiner beruflichen Erfahrung und recherchiere aktuelle Literatur - wie bei jeder Autorin und jedem Autor sind meine Texte von meiner subjektiven Haltung gefärbt. 

21. Oktober 2021

Die Hauptrolle spielt unser Immunsystem 

In einer Zeit, in der sich fast alles nur noch um ein scheinbar unkontrollierbares Virus und dessen Auswirkungen auf unsere Lebensweise dreht, vergessen wir nur allzu leicht, dass wir unsere Gesundheit aktiv und selbstwirksam beeinflussen können.

Univ. Prof. Dr. Dr. Christian Schubert erforscht seit 25 Jahren die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Gehirn und Immunsystem, die sogenannte Psychoneuroimmunologie.

Er geht Fragen nach wie: Was macht uns krank? Was stärkt und heilt uns? «Die Medizin konzentriert sich rein auf den Körper. Doch das ist nicht genug. Denn so wie Muskeln, Sehnen und Wirbel miteinander verbunden sind, so sind auch Körper und Seele als eine Einheit zu betrachten. Mich interessiert der Mensch als Ganzes. In all seinen Eigenheiten. Und ich weiß, dass genau hier der Schlüssel zu einer besseren, individuelleren und erfolgreicheren Medizin liegt.» schreibt Prof. Schubert auf seiner Homepage www.christian-schubert.at

Dass sein Ansatz viele Menschen anspricht, zeigen die zahlreichen positiven Kommentare unter dem sehr interessanten InterviewWas uns krank macht - was uns heilt

Prof. Schubert erklärt anschaulich, dass nicht Sars-Cov2 der Hauptdarsteller dieser Pandemie ist, sondern unser Immunsystem. Durch diese veränderte Perspektive begeben wir uns in eine Position, die wesentlich hoffnungsvoller stimmt. Während wir laut Politikern und Medien dem Virus fast hilflos ausgeliefert sind und angeblich nur die Impfung Schutz verspricht, vermittelt Prof. Schubert eine ganz andere, sehr viel optimistischere Sicht: Unser Immunsystem entscheidet letztlich darüber, ob und wie stark wir erkranken – oder vielmehr, wie wir durch eine gesunde Lebensweise, durch unsere Gedanken, Gefühle und zwischenmenschlichen Beziehungen unser Immunsystem stärken und Krankheiten vorbeugen können.

Was mich an diesem Gespräch am meisten beeindruckt hat, ist die mutige Klarheit, mit der Prof. Schubert sich zur aktuellen Situation und insbesondere zu den Kindern äussert (ab Min. 52). Wer ein Leben lang ungesund gelebt und schlecht zu sich selbst geschaut hat, für den ist Sars-Cov2 eine reale und möglicherweise tödliche Bedrohung. Diese Menschen haben – selbstverschuldet oder nicht – Anrecht auf Schutz und medizinische Behandlung.

Dafür sollen junge und gesunde Menschen jedoch nicht zu Verhaltensweisen oder Eingriffen genötigt werden, die ihre eigene Gesundheit gefährden können. Die Kinder und Jugendlichen ruft Prof. Schubert auf: «Ihr opfert Euch nicht für diejenigen, die alt und krank sind und die geschützt gehören, aber nicht mit Eurem Leben, das Ihr jetzt verwirkt aufgrund dieser Situation! Ihr sollt frei leben und Euch entwickeln können und für eine gute neue Gesellschaft da sein und Euch jetzt nicht opfern und in einen falschen Generationenvertrag gehen, nämlich dass Ihr diejenigen seid, die für die Alten da sind.»

Gefährdete Menschen zu schützen, ohne gleichzeitig unser «kostbarstes Gut» und unsere Zukunft, nämlich unsere Kinder zu gefährden, das soll und darf unser grösstes Ziel sein. Wenn das Immunsystem unserer Kinder durch eine gesunde Lebensweise, durch tragfähige und liebevolle Beziehungen gestärkt wird, sind sie jetzt und in Zukunft bestmöglich vor Krankheiten geschützt.

©Sibylle Lüpold

2. Oktober 2021

Covid19: Auswirkungen auf den Schlaf

Die Corona-Pandemie hat in vielfacher Weise Auswirkungen auf die Familien und deren physischen und psychischen Gesundheitszustand. Dies wiederum wirkt sich auf die Schlafqualität von Eltern und Kindern aus.

Vermehrte Schlafprobleme in den Familien

Wir stellen fest, dass viele Eltern massiv verunsichert sind bezüglich der Situation, in der sich ihre Kinder aktuell befinden. Zahlreiche Ängste und Sorgen führen zu grosser Anspannung in den Familien – so erstaunt es nicht, dass Schlafprobleme zugenommen haben.

Auf die Frage, wie sich die Pandemie auf unser Schlafverhalten ausgewirkt hat, antwortet der deutsche Schlafforscher und Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmüster, Hans-Günter Weeß:

«Es gibt erste Studien. Die genaue Datenlage ist noch unsicher, aber der Trend ist eindeutig. Danach haben Schlafprobleme zwischen zehn und 60 Prozent zugenommen. Viele Menschen nehmen die Sorgen rund um Corona mit ins Bett. Sie können nicht abschalten, das Gedankenkarrussell dreht sich und die Entspannung stellt sich nicht ein. Ein- und Durchschlafprobleme sind die Folge. Es entsteht ein chronischer Schlafmangel. Der Schlaf kann als wichtigstes Regenerations- und Reparaturprogramm des menschlichen Organismus seine Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen. Viele Menschen leiden in dieser Zeit auch unter vermehrten Albträumen, denn im Traum wird verarbeitet, was tagsüber erlebt wurde. Wenn am Tage infolge der Pandemie viel Belastendes erlebt wurde, schlägt sich dies auf unsere Träume nieder.» 1

Diese Tatsache ist bedenklich, weil wir alle momentan ganz besonders auf erholsamen Schlaf angewiesen sind. Einerseits stärkt guter Schlaf unser Immunsystem und – sollten wir krank sein – unterstützt er die Genesung. Auch die Wirksamkeit von Impfungen wird durch Schlaf verbessert.

Zwar reduzieren sich bei Homeoffice die Arbeitszeiten der Eltern (da die Arbeitswege wegfallen) und können durch mehr Schlaf ersetzt werden, auf der anderen Seite fallen oft auch regelmässige Rhythmen, Bewegung und Aufnahme von Tageslicht weg, was sich negativ auf die Schlafqualität auswirken kann.

Bei Covid19-Patienten gibt es in zweifacher Hinsicht eine Wechselwirkung mit Schlaf. Einerseits leiden viele Betroffene auch nach der Genesung noch unter schlechterem Schlaf, anderseits sind Menschen mit schweren Schlafstörungen offenbar vermehrt betroffen, schwer an Covid19 zu erkranken. 2

Foto: www.pexels.com

Dass Kinder seit Beginn der Pandemie schlechter schlafen, kann mit Folgendem zusammenhängen:

  • Die Kinder haben mehr Zeit zu Hause verbracht. Weniger Bewegung und weniger Tages-/ Sonnenlichtexposition verschlechtern die Schlafqualität.
  • Durch den Kontaktmangel haben Kinder mehr Zeit mit technischen Geräten (Computer, Handy, iPad) verbracht. Die damit verbundene Blaulicht-Exposition stört die natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmen.
  • Manche Kinder leben zu Hause in einer angespannten Atmosphäre. Konflikte, Ängste und Stress der Eltern übertragen sich meistens auf die Kinder, auch wenn (oder gerade wenn) sie nicht ausgesprochen werden.
  • Die Erschöpfung der Eltern verleitet jene dazu, die Kinder zu früh ins Bett zu bringen, obschon jene noch gar nicht müde sind. Durch unangepasste Schlafenszeiten können Störungen entstehen.

Kinderpsychologen und Psychiater stellen eine besorgniserregende Zunahme an psychischen Störungen (Depressionen, Angstzustände, Suizidgedanken) bei Kindern fest. 3 Da Schlafen und Emotionen eng verknüpft sind, haben solche Störungen immer auch Auswirkungen auf den Schlaf. 4

Die Kinder müssen seit vielen Monaten eine grosse Last mittragen, obwohl sie nachweislich nicht die sogenannten "Treiber der Pandemie" sind. Deshalb plädieren Schweizer Pädiater dafür, Tests, Masken und Quarantäne bei Kindern auf ein Minimum zu beschränken. Im SRF-Interview mit dem Infektiologen Christoph Aebi vom Berner Inselspital erklärt dieser die Gründe: Darum wollen Kinderärzte die Schulen in Ruhe lassen

Viel Bewegung (idealerweise draussen an der Sonne und frischen Luft), Spiel und Spass mit anderen Menschen und eine entspannte Umgebung stärken Kinder körperlich und seelisch, was auch den Schlaf verbessert. Damit sie nicht auch noch in Zukunft unter Nachwehen leiden, sollten wir ihren Bedürfnisse jetzt die Priorität einräumen, die sie verdienen.

©Sibylle Lüpold

1) www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/schlafforscher-101.html

2) www.br.de/nachrichten/wissen/gut-schlafen-auch-in-corona-zeiten-tipps-fuer-einen-erholsamen-schlaf,Sagf7ZL

3) www.profil.at/gesellschaft/kinderpsychiaterin-nie-wieder-die-schulen-schliessen/401436508

4) Der Psychologe, Psychotherapeut, Schlaf- und Hirnforscher Prof. Dr. Manuel Schabus berichtet in einem Interview über Ängste und psychologische Folgen der Pandemie bei Kindern: Angstkommunikation und ihre Folgen


11. September 2021

Bitte mehr Toleranz! Von der Distanz zum Dialog

Mit Besorgnis stelle ich fest, dass sich unsere Gesellschaft bezüglich der Corona-Situation und Impffrage zunehmend spaltet und sich die Fronten verhärten.

Die Bereiche des öffentlichen Lebens werden nach in nach in verschiedene Zonen aufgeteilt, wo teilweise nur noch Geimpfte oder Genesene zugelassen sind. Aber auch innerhalb von Familien und unter Freunden kommt es immer häufiger zu Spaltungen, weil die gegenseitige Toleranz fehlt. Darunter leiden dann vor allem auch die Kinder, die diesen Konflikten hilflos ausgesetzt sind... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

19. Februar 2021

Liebende Eltern 

Wie Paare im Sturm des Elternseins verbunden bleiben

Wenn ein Paar ein Kind bekommt, verändert sich die Beziehung und beide müssen grosse Herausforderungen meistern. Einige Paare wachsen daran – andere zerbrechen. Der Alltag mit einem oder mehreren kleinen Kindern ist zumindest bei fehlender Unterstützung oder durch die Doppelbelastung berufstätiger Eltern sehr anstrengend. Es fehlt meist an gemeinsamer Paarzeit, an gegenseitigem Respekt und liebevollen kleinen Gesten, die die Bindung zwischen den Eltern stärken... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

8. Februar 2021

Die Seite kleinstadt.ch veröffentlicht tolle Artikel zu ganz unterschiedlichen Themen rund um Familien. Darunter gibt es auch regelmässig Artikel zum Thema Schlafen, so der neuste: 

Wie verkürzen wir das epische Abendritual? 

Gerade beim Schlafen geht es enorm stark um Beziehung. Warum? Weil die Müdigkeit und Dunkelheit beim Kind das Bedürfnis nach Bindung verstärken. (Ein)Schlafen ist eine sehr emotionale Sache und da Kinder noch kaum Fähigkeiten entwickelt haben, ihre Emotionen zu regulieren, werden Familienabende oftmals zu höchst emotionalen Momenten. In vielen Familien spielen sich über Monate bis Jahre hinweg allabendliche Dramen ab, denen alle Familienmitglieder (scheinbar) hilflos ausgeliefert sind... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

18. September 2020

In Zusammenarbeit mit Zsuzsa Bauer und dem Still-Lexikon ist dieser neue Text entstanden:

Einschlafen an der Brust: Angewohnheit oder Grundbedürfnis? Vielfach werden junge Mütter davor gewarnt, ihr Baby zum Einschlafen oder zur Beruhigung zu stillen – sie würden ihrem Baby eine schlechte Angewohnheit angewöhnen, die später nur ganz schwer abgewöhnt werden kann. Gleichzeitig erleben sie, wie effektiv ihre Babys durch Stillen beruhigt werden und wie entspannt und schnell sie dabei in den Schlaf finden. Aufgrund dieser Diskrepanz zwischen den Ratschlägen und der erlebten Realität geraten die Mütter in eine schwierige Zwickmühle... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

24. Mai 2020

Corona oder Distanz – was schadet uns mehr?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Corona unsere Gesellschaft dauerhaft verändern wird – ob im Positiven oder im Negativen wird sich zeigen. Menschen sind erstaunlich anpassungsfähige «Gewohnheitstiere» und Gewohnheiten, die wir länger als 30 Tage beibehalten, können sich verankern – eine Tatsache, die wir im besten Fall nutzen können, um ungünstiges Verhalten durch neues zu ersetzen... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

7. Mai 2020

"Stillen – Kulturgeschichtliche Überlegungen zur frühen Eltern-Kind-Beziehung" von Ursula Henzinger

Psychosozial-Verlag 2020 (Neuauflage)

Ich war und bin heute noch stark beeindruckt von der tiefen Weisheit, die in diesem Buch verborgen ist. Ursula Henzinger schafft es, in Worte zu fassen, was Mütter – wenn auch leider vermutlich längst nicht alle – in einem bestimmten Bereich ihres Lebens, nämlich der Stillzeit, erfahren und erfühlen. Dieser Bereich entzieht sich dem Intellekt durch seine körperlich-emotionalen Aspekte – und soll sich ihm vielleicht auch entziehen.... Weiterlesen     ©Sibylle Lüpold

25. März 2020

Entspannt schlafen in Zeiten von Corona

Es ist eine herausfordernde Zeit, die wir als Gesellschaft gerade durchmachen. Wir reagieren alle anders auf die Veränderungen des Alltags und die aktuellen Belastungen... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

25. September 2019

"Ich bereue rein gar nichts und das ist ein sehr schönes Gefühl"

Ein berührendes Interview mit Jaël (Schweizer Songwriter) zu ihrem Start ins "Muttersein".

©Sibylle Lüpold

15. August 2019

"Die neue Elternschule" von Margot Sunderland

Dorling Kindersley Verlag, München 2017

Die Direktorin der Abteilung für Erziehung und Ausbildung am «Centre for Child Mental Health» in London erklärt in ihrem Bestseller die entscheiden- den Erkenntnisse der Wissenschaft zur kindlichen Gehirnentwicklung auf gut verständliche Weise. 90% des Wachstums des menschlichen Gehirns findet in den ersten fünf Lebensjahren statt – nach einem Jahr ist schon fast die Hälfte aller Gehirnzellen (200 Milliarden bei Geburt) verschwunden... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

28. Juli 2019

"Der Zauberkäfer" von Martin Sutoris

Das liebevolle Einschlafritual für Kinder, GU Verlag 2018

Martin Sutoris ist Mentaltrainer und hat sich auf NLP und Kommunikation spezialisiert. Die Methode des «Zauberkäfers» hat er als Einschlafhilfe für seine eigenen Kinder entwickelt. Sie ist für Kinder ab drei Jahren gedacht und passt wunderbar zum Konzept von 1001kindernacht®, weil auch sie Entspannung und Geborgenheit als zentrale Aspekte des Einschlafens betrachtet. Das in vielen Familien vorherrschende allabendliche Drama ums Zu-Bett-Gehen soll durch ein friedliches und wirksames Ritual ersetzt werden. Die Kinder schlafen deswegen nicht alleine ein, das Einschlafen dauert aber kürzer und ist für alle Beteiligten angenehm. 

4. Juli 2019

"Elternschule" - der Film

Am 3. Juli 2019 wurde der umstrittene Film "Elternschule", der die Erziehungsmethoden der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen beleuchtet, auf ARD ausgestrahlt. 1001kindernacht® nimmt dazu Stellung... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold

21. Juni 2019

Müde Kinder brauchen Sicher- und Geborgenheit

Einige Kinderschlaf-Coaches vertreten die Ansicht, dass viele Eltern den richtigen Einschlafzeitpunkt ihres Kindes verpassen würden und das Einschlafen dann aufgrund der Übermüdung viel schwieriger sei. Durch die Übermüdung würde vermehrt Cortisol ausgeschüttet, was dem Kind schade. Von daher – so die Empfehlung – sei es besser, ein Kind frühzeitig alleine zum Schlafen hinzulegen und wenn nötig kurz schreien zu lassen, als es zu spät und übermüdet in den Schlaf zu begleiten... Weiterlesen

©Sibylle Lüpold